Konzert: Zarte Klänge in der Crocker Kirche 1992

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Crock (Peter Lauterbach, Freies Wort)

Wer sehnt sich nach dem alljährlichen Trubel des Weihnachtsfestes nicht ein wenig nach Ruhe und Besinnung, nach etwas Zeit zum Entspannen und nach einer festlichen Umgebung, die genügend Raum zum Nachdenken bietet? Nunmehr schon zum zweiten Mal luden Bruno Ritzmann aus Weimar und Heidrun Scheit aus Schmalkalden am ersten Feiertag zu einem weihnachtlichen Konzert Alter Meister in die Crocker St. – Veits – Kirche ein. 

Zarte Klänge vom „elektronischen“ Cembalo und ebenso zartes Flötenspiel erfüllten das festlich geschmückte, vom Kerzenlicht erleuchtete Gotteshaus. 

Die vielen Besuchern eher unbekannte Musik Alter Meister aus drei Jahrhunderten versetzte den Zuhörer in eine ganz ungewöhnliche Stimmung: Nicht der volle Klang der Kirchenorgel, nicht die viel stimmig festlich anmutenden Klänge von Blechbläser, sondern zarte Instrumentalmusik an Cembalo, Blockflöte und Sologitarre ließen Bruno Ritzmann und Heidrun Scheit erklingen. Werke alter, vorwiegend englischer Meister mit einer ganz eigenen Klangwelt und Intonationen, aber Stücke des bekannten Georg Friedrich Händel erklangen im Altarraum der Kirche. 

Seit etwa vier Jahren spielen die beiden Virtuosen schon zusammen. Gelegenheiten zum gemeinsamen Konzert allerdings bieten sich Bruno Ritzmann und Heidrun Scheit nicht sehr oft. So zeigten sie sich für die Einladung nach Crock recht dankbar. Ihr bevorzugter Austragungsort sind natürlich die Kirchen, aber auch Burgen oder Schlösser. So gastierten beide schon auf der Schmalkaldener Wilhelmsburg oder der Bertoldsburg in Schleusingen. Beruflich jedoch unterrichtet das Duo an der Musikschule in Arnstadt. Schon die Jüngsten im Vorschulalter gehören beispielsweise beim Erlernen des Flötenspiels zu den Schülern von Heidrun Scheit. Musik für Blockflöte und Orgel – auf ein Wiedersehen darf man sich sicherlich freuen. 

Zeitung "Freies Wort" 1992

Zeitung „Freies Wort“ 1992