Widerstand in Diktaturen

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Rüstzeit „Widerstand in Diktaturen“
Berlin, Juni 2009
Leiter: Militärpfarrer Johannes Ziegner, Erfurt

(Die Gruppe schreibt anschließend folgenden Text.)

„Der Widerstand gegen das NS-Regime war unterschiedlich ausgeprägt. Er reichte von passiver Resistenz und nonkonformem Verhalten bis zu Emigration und dem „generalstabsmäßig“ geplanten Attentats- und Umsturzversuch vom 20. Juli 1944. Getragen wurde der Widerstand von Männern und Frauen aus allen sozialen Schichten und verschiedenen politischen Lagern.

Besuch Bendlerblock, Berlin.

Besuch Bendlerblock, Berlin.

Zu diesem interessanten Thema hatte Militärpfarrer Johannes Ziegner für eine Woche in das Bonhoeffer-Hotel nach Berlin eingeladen. 43 Soldaten waren mitgefahren. Nach dem Besuch der Gedenkstätte „Deutscher Widerstand“ im Bendlerblock führte uns  Militärpfarrer Ziegner mit seinem Vortrag „Widerstand in Uniform im Dritten Reich“ ausführlich in die Thematik ein. Anschließend besuchten wir das KZ Sachsenhausen, das wegen seiner Verbrechen an den Häftlingen und der Größe des Arials sehr nachdenklich stimmte.

Vortrag zum Widerstand, Berlin

Vortrag zum Widerstand, Berlin

Besuch Gedenkstätte KZ Sachsenhausen, Berlin.

Besuch Gedenkstätte KZ Sachsenhausen, Berlin.

Die Beschäftigung mit Opposition und Widerstand in der DDR ist eines der zentralen Themenfelder, wenn es um die Wirkungsweise des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) geht. Die MfS-Unterlagen bieten für entsprechende Forschungen umfangreiche Möglichkeiten. Im Verbund mit anderen Überlieferungen hat sich so in den letzten Jahren eine breit ausdifferenzierte Oppositions- und Widerstandsforschung in Deutschland etabliert.

Besuch Stasizentrale Normannenstraße, Berlin.

Besuch Stasizentrale Normannenstraße, Berlin.

Militärpfarrer Ziegner berichtete aus eigenem Erleben zum Widerstand im Sozialismus. An Hand seiner Stasiakte „Symphatisant OPK XI/531/84“ schilderte er sehr anschaulich, wie  die Stasi an seiner Person und Familie tätig geworden ist. Erschreckend war, dass sich zum Teil die selben Methoden auch nach der Wende an seiner Person fortsetzten. Anschaulich zeigte er an Hand von Dokumenten und einer Powerpointpräsentation zu seinem Vorgang „OPK Sympathisant“ – die Überwachungsarbeit in einem Zeitraum von 10 Jahren.

Die „Stasizentrale Normannenstraße“ wurde anschließend besucht, um deutlich vor Augen geführt zu bekommen, was für ein Apparat nötig war um „staatsfeindliche Elemente“ zu beobachten und in „Schach“ zu halten.  Im Anschluß daran wurde darüber sehr intensiv diskutiert.

Besuch der Gedenkstätte: Stasigefängnis Hohenschönhausen, Berlin.

Besuch der Gedenkstätte: Stasigefängnis Hohenschönhausen, Berlin.

Bei strömenden Regen besuchten wir auch die Gedenkstätte „Berlin-Hohenschönhausen“, bekannt als das „Stasigefängnis“ der DDR.  Das nasskalte Wetter verstärkte die Eindrücke zur Schreckensherrschaft.

Die abendliche Schiffsrundfahrt durch Berlin, zu der die Militärseelsorge eingeladen hatte, war eine willkommene Abwechslung und hat sehr zu einem guten Miteinander beigetragen.

Besuch des Andachtsraum im Bundestag, Berlin.

Besuch des Andachtsraum im Bundestag, Berlin.

Am vorletzten Tag wurde noch der Bundestag besucht. Der Persönliche Referent des Bundestagsabgeordneten Herrn Grund führte uns durch das Gebäude und die „unterirdischen“ Gänge zwischen den einzelnen Gebäuden. Beeindruckend war der Raum der Stille im Bundestag. Darüber hinaus gab es interessante Gespräche und Rückfragen zu der Arbeit des Bundestages.

Vielen Dank für diese interessanten Tage. Wir freuen uns auf das Jahr 2010.“