Ludwig Güttler in Crock 1989

„Seine Musiker hatte überhaupt keine Lust.“

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Aus meinem Tagebuch:

Das kam so. Da die Crocker gern Blasmusik hören, dachte ich einfach Herrn Prof. Güttler zur 500-Jahrfeier einzuladen. So habe ich ihm in einem Brief  kurz mein Anliegen geschildert. Der Brief kam zurück: „Adressat unbekannt in Dresden“.

Ein zweiter Versuch. Es gelingt. Bekomme eine kurze Antwort: „Wir spielen in Crock!“. Was nun? Ich bin platt. Die Organisation des Konzertes läuft sofort auf Hochtouren. Zu den Festlichkeiten nun auch noch so einen Höhepunkt. Erst wollte es keiner glauben, aber an den Vorbereitungen haben alle schnell gemerkt, Herr Prof. Güttler meint es ernst. Es war ein gewaltiger Konzertabend in der Kirche und auch die Nachfeier auf den Saal im „Grünen Baum“.

.Es war einfach faszinierend, wie Güttler mit seiner Trompete aus unserem Schlafzimmerfenster heraus noch übte. Das war im ganzen Ort zu hören. 1000 Besucher kommen zum Konzert und anschließend haben 300 Gäste, zusammen mit Ludwig Güttler und Pfarrer Ziegner bis 05.00 Uhr morgens im „Grünen Baum“ gefeiert. Das Kirchengebäude hat so richtig vor Freude geknackst. Am nächsten Morgen erzählt Güttler:

Seine Musiker hatten überhaupt keine Lust in dem Dorf Crock zu spielen: „In so einem kleinen Nest, da ist doch nichts los.“ Am nächsten Morgen wollte von den Musikern aber dann keiner weiterfahren. Sie baten ihren Chef doch in Crock bleiben zu können. Wenn sie hier jeden 2. Abend ein Konzert geben kommen doch die Leute auch hierher.Es wäre wunderbar gewesen mit den Einwohner, einfach unvergessen.

Ich habe dann Herrn Güttler noch gefragt, warum er auf meine Anfrage hin zugesagt hat? Die Antwort: „Ihre Anfrage war so lustig und ich kannte Crock nicht, also habe ich zugesagt“.

1992 kam Herr Güttler dann noch einmal zum Konzert, weil es ihm in Crock so gefallen hat. Doch das ist eine andere Geschichte, weil nur 30 Crocker Einwohner eine Karte gekauft haben.

Das „Thüringer Tageblatt“ schreibt:

Immer wieder stark einsetzender, lang anhaltender Beifall erwirkte nicht nur drei Zugaben, sondern auch die Zusage des Künstlers, wieder in Crock zu konzertieren. Der übergroße Teil der Konzertbesucher trat dann sicher den Heimweg an, mit dem Thema des Bach-Chorals: “Herr Gott, Dich loben wir alle“ im Herzen…“

Programm Konzert Güttler

Programm Konzert Güttler 1989

Programm Konzert Güttler

Programm Konzert Güttler

Andrang zum Güttler-Konzert

Andrang zum Güttler-Konzert 1989

Für mich als Ortspfarrer in 14 Jahren ein einmaliger Anblick. Menschen drängen in die Kirche. Habe ich nie wieder erlebt.

Der Andrang der Konzertbesucher 1989

Der Andrang der Konzertbesucher 1989

Der Andrang der Konzertbesucher 1989 am Kirchentor.

Konzert mit Güttler in der Kirche Crock 1989

Konzert mit Güttler in der Kirche Crock 1989

Güttlerkonzert Crock 1989

Güttlerkonzert Crock 1989

Trompeter Ludwig Güttler in Crocker Kirche

Trompeter Ludwig Güttler in Crocker Kirche

Trompeter Ludwig Güttler in Crocker Kirche.

(v.l.) Pfarrer Ziegner, Pfarrer Freytag, Ludwig Güttler

(v.l.) Pfarrer Ziegner, Pfarrer Freytag, Ludwig Güttler

Im „Grünen Baum“ – (v.l.) Pfarrer Ziegner, Pfarrer Freytag, Ludwig Güttler, Bernd Müller

(v.l.) Gerhard Hartleb, Ludwig Güttler, Ortspfarrer Crock

(v.l.) Gerhard Hartleb, Ludwig Güttler, Ortspfarrer Johannes Ziegner, Crock

(von links) Gastwirt Gerhard Hartleb / Ludwig Güttler / Pfarrer Johannes Ziegner

Ludwig Güttler und Pfarrer J. Ziegner 1989

Ludwig Güttler und Pfarrer J. Ziegner 1989

Am nächsten Morgen Ludwig Güttler und Pfarrer Johannes Ziegner vor dem Pfarrhaus noch leicht mitgenommen von der letzten Nacht.

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